von Schwarzeheike

Muffathalle, 18.10.2004

Es begab sich, dass 2 (schwarz-weiße) Münchner sich am 18. des Oktobers auf den Wege machten, um das ohrenbetäubende Konzert der Spielleute Corvus Corax zu bestaunen. Nachdem wir es nicht für möglich gehalten hatten, dass die Männer um Wim (Venustus) und Hermann dem Drescher es schaffen würden, an einem Montag die Muffathalle zu füllen, wurden wir bei unserer Ankunft eines Besseren belehrt: Eine große bunte Mischung aus Rittern, Mägden, „Normalen“, Alten, ganz Jungen und „Schwarzen“ hatten sich alle eingefunden, um sich ihr Trommelfell 4 Stunden lang wegfegen zu lassen.

Potentia Animi

Potentia Animi

Aber zuerst gaben Potentio Animi ihr Stelldichein. Die Leipziger, deren Debütalbum am 1.11. erscheinen wird, sollten eigentlich in München gar nicht spielen. Aber anscheinend war ihr Heimspiel einen Tag vorher so gut, dass sie glatt noch weiter mitgefahren sind und es in der Tat verstanden, dem Publikum richtig einzuheizen. Ihre teilweise „lateinischen“ und recht amüsanten Texte (ich sage nur Syphillis und Phellatio…) taten das ihrige dazu. Wer mehr wissen will: auf www.potentia-animi.de gibt’s noch mehr Infos.

Nach einer kurzen Unterbrechung wurde uns Hosoo angekündigt, ein Obertonsänger aus der Mongolei (für alle neuen Hosoo-Fans: www.hosoo.de). Und Hosoo hielt weitaus mehr, als er versprach. Er entlockte sowohl seinen Instrumenten als auch seinen Stimmbändern die eigentümlichsten Töne, dass auch der härteste Barbar innehielt und anerkennend Applaus klatschte.

Und dann… dann kam erst mal eine Pause. Nach 20 Minuten wurden die ersten „Corvus Corax„-Rufe laut, aber nichts rührte sich. 10 Minuten später wurde es schon langsam unheimlich – Rufe, Gegröle, Pfiffe, aber die Könige der Spielleute ließen sich immer noch nicht blicken. Nachdem wir mittlerweile überlegten, bei wem wir uns nun wann beschweren könnten, wurde es plötzlich (nach gut 35 Minuten!) dunkel und 8 wüste Gestalten betraten die Bühne.

Corvus Corax

Corvus Corax

Nach einer kurzen Begrüßung („Sperret die Horchlöffel auf und lauschet!“) legten sie dann endlich los, vielmehr sie bliesen und trommelten los! Nach den ersten Stücken waren dann auch Ritter und Barbaren versöhnt und tanzten, klatschten und sprangen, das Bier floss in Strömen und die Stimmung wuchs von Minute zu Minute. Die mittelalterlichen Lieder und Melodien boten sie wunderbar mit ihren teilweise nach alten Vorbildern selbst gebauten Instrumenten dar. Dass sich die meisten ihrer Lieder und Gesänge um das weibliche Geschlecht drehten, verstand sich bei diesen wahren Männern von selbst. Da mittlerweile seit Jahren jedem Mittelalter-Fan Corvus Corax ein Begriff ist, stimmte hier und da das Auditorium mit ein, sang aus voller Kehle mit und klatschte bis die Hände schmerzten. Eine Zugabe reichte demnach auch gar nicht aus, um die wilde Meute im Publikum zufrieden zu stellen, und so kam es, dass die guten Spielleute am Ende ein 2 Stunden-Programm absolviert hatten, das es wirklich in sich hatte.

Alles in allem war es ein wahrhaft gelungenes Konzert mit einer wirklich guten Stimmung. Schön, dass es sowas in München doch noch ab und an mal gibt. In diesem Sinne: Inter Deum et Diabolum Semper Musica Est – zwischen Gott und Teufel ist immer und überall Musik!

(Und wer mehr wissen will: www.corvuscorax.de)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Festivals 2016
Archive