von FloRi

Backstage, 16.10.2004

Eine gute Zeit was Konzerte für schwarze Seelen betrifft scheinen die letzten Monate des Jahres zu sein, schließlich kann man sich vor Ankündigungen diverser Bands im südbayerischen Raum kaum mehr retten. Und so verschlug es mich nach längerer Abstinenz mal wieder ins Münchner Backstage, wo dieses mal Zeraphine auf dem Programm standen.
Den Support bildete die brandenburgische Formation Eminence of Darkness, ein Quartett, das bereits seit 197 unter diesem Namen firmiert und von dem man in Zukunft noch einiges hören dürfte.

Eminence of Darkness

Eminence of Darkness

Musikalisch beackert die Band das weite Feld zwischen klassischem Elektro und Wave, fügt ein paar Brit-poppig-rockige Stücke ein und wirkt gerade durch ihre Vielseitigkeit sehr frisch und abwechslungsreich. Die anfangs noch überschaubare menge im Backstage bedankte ich mit artigem Applaus und einzelnen Tanzeinlagen, vor allem bei den eher rockigen Songs. Die meisten Gesangsparts übernahm Lars Schulz, dem seine Nähe zu Bands wie The Cure und eben zum Britpop deutlich anzumerken ist. Für den Gegenpart zeichnete Sängerin und Gitarristen Juliane Richter verantwortlich, die mit ihrer hohen, fast zerbrechlich wirkenden Stimme die melancholischen Texte von Lars hervorragend ergänzte. Auf drei Alben können EoD mittlerweile stolz zurück blicken und so präsentierte die Gruppe eine abwechslungsreiche Show, bei der jedoch vor allem die Stücke des aktuellen Longplayers „Raindrops“ mächtig unter die Haut gingen. Letzteres ist auf alle Fälle ein Probehören wert, meine Anspieltipps sind definitiv „Raindrops Falling“, „Pet“ und „Paradise“. Schade, dass die junge Gruppe nach rund 45 Minuten Platz machen musste für den Headliner, aber es bleibt zu hoffen, dass Eminence of Darkness ihre Chance nutzen und wir noch das eine oder andere Konzert erleben werden, dann vielleicht mit mehr Zeit für Eminence of Darkness.

Zeraphine

Zeraphine

Gegen 21 Uhr eröffneten schließlich Zeraphine mit dem Titel „Ohne Dich“ ihr Konzert und begeisterten vom ersten bis zum letzten Akkord des Abends das Publikum im mittlerweile gut gefüllten Backstage. Besonderen Beifall erntete dabei natürlich Mastermind und Frauenschwarm Sven Friedrich, der mit gewohnt guter melancholischer Stimme seine tiefgehenden Texte präsentierte. Doch nicht nur Sven, sondern auch seine Bandkollegen legten eine ungeahnte Spielfreude an den Tag und zeigten, wie viel Spaß ihnen die Musik macht.

Dass die Band mittlerweile die dritte Tour in diesem Jahr absolviert, zwischendurch zwei Singles auf den Markt geworfen und ein Video gedreht hat, fiel gar nicht auf, denn das Berliner Quintett wirkte so gar nicht müde. Derart angetrieben sprang der Funke schnell in die Reihen der Fans über, die die Texte lauthals mitsangen, zu „Sterne sehen“ wild mit Sternenwerfern und Feuerzeugen winkten und jeden Song mit lautem Beifall bedachten. Einiges vorgenommen hatten sich Zeraphine für diesen Abend auf alle Fälle, insgesamt standen 34 Titel auf dem Programm. Darunter alle Hits aus dem Debütalbum wie „Flieh mit mir“, „Siamesische Einsamkeit“, „Kannst du verzeihen“ sowie zahlreiche Titel des aktuellen Albums. Besonders gelungen waren dabei das Depeche Mode-Cover „In Your Room“ und der Titel „Die Macht in Dir“, der schon einen Vorgeschmack auf das neue Album bietet, an dem die Band bereits arbeitet. Gute Aussichten also für die Fans, in Kürze wieder einen Longplayer der Band zu hören und sich Karten für die dann anstehende neue Konzertreise der Berliner zu sichern. Wünschenswert ist letzteres in jedem Fall, merkte man der Band in München doch eine gewisse Reife an. Die Bühnenpräsenz der Musiker wirkte sicherer und auch Svens Gesang durchweg stärker und eingängiger als noch auf dem M’Era Luna 2003.

Weitere Infos im Internet:

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