von Schwarzeheike

in der Musikkantine in Augsburg

Es war Sonntag und es war bereits ein langes Wochenende vergangen. Wir waren müde und wollten uns eigentlich nur noch beim heimischen Kino entspannen. Doch irgendetwas sagte uns, wir sollten den weiten Weg in die Augsburger Kantine wagen, um dort ein musikalisches „Gothic-Märchen“ zu sehen und hören. Das Duo Untoten wollte uns die Fortsetzung von „Gradsteinland“, das Album „Grabsteinland II – Herrschaft der Vampire“ live und in Farbe präsentieren. Also packten wir unsere müden Knochen ein und begaben uns, gespannt was da kommen würde, in die Kantine nach Augsburg.
Ein ziemlich leerer Raum hieß uns bei unserer Ankunft willkommen; wir zählten etwa 30 Leute, von denen mindestens 5 einen

Untoten

Untoten

Fotoapparat dabei hatten. Wenn das so bleiben sollte, gab es nur zwei Alternativen: es würde ein nettes Privat-Konzert werden, oder eine recht unangenehme Vorstellung für die Akteure auf der Bühne. Dass man uns dann auch noch etwas lange warten ließ (vielleicht in der Hoffnung, dass der ein oder andere doch noch kommen würde?), trug nicht unbedingt zu einer immer noch nicht aufkommen wollenden Hochstimmung bei. Aber was nicht war, konnte ja noch werden!

Support zum Hauptact war die Münchner Gruppe Beyond The Void, die schon seit 2000 zusammen an ihren Songs feilen und 2002 recht erfolgreich ihre erste Mini-CD veröffentlicht haben („The Infinite Eye“). Die Musik der 6 Jungs wollte so gar nicht zu dem passen, weswegen wir eigentlich gekommen waren. Da präsentierten sich coole Jungs, von denen einer oben ohne und einer mit Sonnenbrille auf der Bühne standen und die wir nach den ersten Songs (ja, ich gebe zu, wir hatten bis dato noch kein Lied von ihnen gehört…) ins Metall- bzw. Gothic-Rock-Genre einordneten. Doch zu meinem Erstaunen war das, was die Kerle auf der Bühne fabrizierten, richtig gut. Sehr harmonische Klänge, die Stimme von Sänger Daniel Pharos, die zur Musik gut passte, schnellere und getragenere, teilweise richtig pathetische Stücke und das in einer gut überlegten Mischung. Und ab und an mal ein Schluck Cola dazwischen. Dies gefiel auch dem inzwischen zahlenmäßig gewachsenen Publikum. Ich war wirklich positiv überrascht. Was einem dann doch noch ein Schmunzeln auf die Lippen zauberte war der abschließende Hinweis von Daniel, dass man bitte doch bei der Theke ihre Merchandising-Artikel kaufen könne, inklusive getragener Unterhosen.

Mehr Infos unter: www.beyondthevoid.de

Untoten

Untoten

Dann gabs eine kurze Unterbrechung, in der die Münchner schon mal zusammenpackten und damit ein wenig Kälte in der Kantine produzierten. Schließlich betraten Greta Csatlos und David Line mit zwei nett anzusehenden Damen die Bühne. Mittlerweile war auch der Raum noch voller (lief nichts im fernsehen?) und damit auch die Stimmung.

Die immer recht offenherzig gekleidete Greta (sie kann es sich auch leisten!) fing auch gleich an, mit ihrer wunderbar rauchigen, an eine Chanson-Sängerin erinnernde, Stimme die Songs ihrer neuen CD „Grabsteinland II – Herrschaft der Vampire“ zu präsentieren. Lieder wie „Unvergessen“ oder „Rabe“, die düster, eindringlich und aufwühlend die Weisheiten der Untoten wiedergaben, wurden von den Greta und David richtig gut arrangiert präsentiert. Einzig allein die beiden Tänzerinnen störten ein wenig, da jede für sich ihrem eigenen Tanzstil folgte und keine Einheit zu sehen war. Optisch machten sie allerdings eine Menge her, das muss ich zugeben. Zwischendurch mischten sich auch ältere Songs in das Programm, wobei man sagen muss, dass man einen gewaltigen Unterschied zwischen den ersten Alben und dem neuen hört. Die neuen Songs zeugen mit ihren teilweise tief ins Mark eindringenden Texten und Melodien von einer künstlerischen Reife, die einem bei den älteren Stücken noch fehlte. Und nun darf man gespannt auf den dritten und letzten Teil der Grabstein-Trilogie warten.

Alles in allem war es ein sehr netter Abend, der sich doch gelohnt hat. Allen zu Hause gebliebenen bleibt nur zu sagen: Ihr habt wirklich etwas verpasst. Der Sonntagabend in Augsburg war tausendmal besser als ein Abend vorm Fernseher.

Da dies ihr letzter Auftritt der Tour war, man merkte es Gretas Stimme auch an, hier noch ihre Nachricht von der offiziellen Untoten-Homepage (www.untoten.com) an alle, die die beiden auf ihrer Tour besucht haben:

„Greta und David möchten sich sehr, sehr (schwarz-) herzlichst für die „Wärme“, Zuneigung und Unterstützung bei allen Freunden und Fans bedanken! ?Es waren tolle Shows mit tollem Publikum“ IHR SEID UNS ALLE LIEB WIE RABEN!!!!“

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