von Schwarzeheike
Da heute ja bekanntlich das von schwarzes München präsentierte Konzert von Cradle of Filth in den Elser Hallen stattfindet (ich weiß, die Ankündigung hängt vielen schon zum Halse heraus…), ist es an der Zeit, einmal das neueste Album dieser Düster-Männer um Dani Filth unter die Lupe zu nehmen. Herausgekommen ist es allerdings schon vor einigen Monaten. Also, sehen und hören wir uns das ganze etwas genauer an.
Von außen: der Traum (fast) eines jeden Mannes. Eine Lady im Korsett dreht sich verführerisch zum Betrachter herum, um sie herum ein riesiges Flammenmeer. Rein optisch verspricht das Album sehr “heiß” zu sein.
Von innen: ein wirklich gelungenes Booklet mit wunderbaren erotischen, sehr mystischen Fotos in einem sehr kühlen blau-türkisen Ton gehalten, in deren Vordergrund die Songtexte niedergeschrie-ben sind.
Und akustisch? Der Name “Nymphetamine” hat ja schon vor dem Erscheinen des Albums wenigstens eine kleine Runde gemacht, als Song auf dem Soundtrack zu “Resident Evil 3″. Nymphetamine, eine Mischung aus Nymphe und Amphetamin? Die Frau als Suchtobjekt? Die griechischen Nautrgöttinnen als bösartige Verführerinnen? Wer weiß, zuzutrauen wäre es den 6 Briten auf jeden Fall.
Die CD beginnt sehr dramatisch, fast beschwörerisch mit einem opernartigen Stück, “Satyriasis”. Lückenlos knüpft “Gilded Cunt” an. Nun hört man Filth und seine Wiegenmänner wie man es gewöhnt ist: schneller, agressiver Dark Metal mit viel Gitarre, einer Menge schnellen Drums und einem Dani Filth, der sich fast die Kehle aus dem Hals schreit. Im nächsten Song geht es von der Stimmung her nicht minder agressiv zu, immerhin lautet schon der Titel “Nemesis” (für alle Unwissenden: griechische Göttin der Vergeltung). Immer wieder wird dem Hörer der Refrain “Black is my heart” eingehämmert.
| Tracklist:
1. Satyriasis |
“Nymphetamine” ist, wie oben bereits erwähnt, (teilweise) schon auf dem Soundtrack zum 3. Teil von Resident Evil zu hören (höre auch Bonustrack), ein sehr stimmiges Stück, in dem die Nymphe selbst zu Wort kommen darf. Zuerst sehr hart und schnell, nach etwa 3 Minuten ein Wechsel innerhalb des Stücks zu einem etwas langsameren und weniger harten Song, indem das Weib versucht, den Protagonisten zu verführen; interessant in diesem Zusammenhang auch der nette Beititel “Overdose”. Immer weiter gerät der Hörer in die mystische Welt der griechischen Sagen. Mitunter macht sich Medusa breit, eine der 3 Gorgonen, deren Anblick in Stein verwandelt (“Medusa and Hemlock”). Ein betörender Chorus mischt sich hier immer wieder zwischen Filths “Gesang”, ein stilistisches Element, das wunderbar die Mystik und Dramatik erzeugt, die sich fast durch das gesamte Album zieht, allerdings deutlich weniger als noch in den alten Alben.
Will man alle Songs und deren Bedeutung erwähnen, kann dies schnell in einen längeren Essay ausarten, daher nur soviel hier: geht zu dem Konzert und freut euch auf einen Dark Metal, der wirklich nur sehr wenig Wünsche offen lässt. Dieses Album ist ein Muss für jeden Freund von gutem Dark, Gothic bzw. Death Metal. Und auch, wenn die symphonischen Elemente nicht mehr so im Vordergrund stehen, durchaus hörbar für jeden Cradle of Filth-Anhänger.


