von Schwarzeheike

Heißt es nun die verflixte siebente Platte oder alle guten Dinge sind sieben? Da Moonspell am Samstag (19.03.2005) zusammen mit Cradle of Filth in den Elser Hallen zu sehen und hören sein werden, sollte man das letzte, inzwischen 7. Album der Portugiesen einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Äußerlich präsentiert sich das Album genau so, wie man sich das einer Gothic-Metal-Band vorstellt. Schwarzer Hintergrund mit einem Schwarzweißbild eines Totenschädels, das ganze sehr stark kontrastiert. Dezent, fast unscheinbar sind Bandname und Titel platziert. Auf dem Rücken ist ein ebenfalls stark kontrasthaltiges und in schwarz-weiß gehaltenes Foto einer Flasche mit einer Flüssigkeit, dem Antidot logischerweise. Um zu erfahren, wofür man dieses Antidot brauchen könnte, empfiehlt es sich eventuell, die CD abzuspielen…

Moonspell

Moonspell - The Antidote

Nach einem kurzen Intro beginnen Moonspell mit “From Lowering Skies” mit einem recht düster gehaltenen Song, was sich in “Everything Invaded” fortsetzt. Markant dringt einem sofort die dunkle, rauchige Stimme von Sänger Fernando Ribeiro ins Gehör. “The Southern Deathstyle” ist dominiert von harten Drums (Mike Gaspar gibt hier sein bestes), dazu ein fast beschwörerisch klingender Gesang (kann man bei einer solchen Stimme überhaupt noch von Gesang sprechen?). Der passende Song zum Titel “Antidote” beginnt mit ruhigen Gitarrenklängen und diesmal sehr ruhigem fast einschläferndem Gesang von Ribeiro, die durch ein stimmungsvolle Gitarrenriffs unterbrochen werden. Das Antidot scheint offenbar zu wirken, vielleicht gegen eine raue Stimme? “Capricorn at her Feet” klingt ein wenig lustig als Titel eines Songs.

Tracklist:

1. In And Above Men
2. From Lowering Skies
3. Everything Invaded
4. The Southern Deathstyle
5. Antidote
6. Capricorn At Her Feet
7. Lunar Still
8. A Walk On The Darkside
9. Crystal Gazing
10. As We Eternally Sleep On It

Steinbock zu ihren Füßen, was mag das zu bedeuten haben? Stimmungsvoll auch dieses Lied, teilweise leicht mystisch wirkend, teilweise sehr rau, da Frontsänger Ribeiro durch seine Mannen gesanglich unterstützt wird (ja, auch sie können ganz im Stil von Kreator oder Slipknot “singen”). Der nächste Song “Lunar Still” präsentiert sich fast ausschließlich instrumentell. Immer wieder mystische, etwas düstere Elemente drängen sich in den Vordergrund (leise Glöckchen, orgelähnliche Keyboardklänge, Windrauschen…). In “A Walk on the Darkside” hört man wieder die einem inzwischen sehr vertraut klingende Stimme des Frontmanns. Dieses ist meiner Meinung nach sogar das sich einem am meisten einprägende Lied dieser CD, da sowohl Text als auch Melodie schnell ein wenig Ohrwurmcharakter besitzen. Ab Lied Nummer 9 stellt sich allerdings bei einem “Nichtfan” eine gewisse Langeweile ein, da sich bis hierher doch keine richtige Abwechslung mehr einstellt und auch der letzte Song “As We Eternally Sleep on It” wird trotz gesanglicher und instrumenteller Bemühungen seinen Anforderungen als gelungener Abschluss nicht ganz gerecht. Zwar stehen auch hier dunkle Stimme und Gitarrensoli untermalt von harten Drums im Vordergrund, doch wird es dadurch zu etwas wirklich besonderem?

“The Antidote” ist ein typisches Gothic Metal Album, mit so ziemlich allen Elementen, die es dazu so braucht, es hört sich auch insgesamt recht stimmig und angenehm an, doch sucht man vergebens nach dem einen Song, der sich aus diesen zehnen hervortut. Eine Band, die sich thematisch und stilistisch gut als Support für Cradle of Filth machen wird, doch auch mit diesem Album wohl nicht den großen Durchbruch nach mittlerweile 16 jährigem Bestehen (unter dem Namen Moonspell immerhin auch schon 11 Jahre) feiern wird. Insgesamt ein solides Album, aber sicherlich nicht ein Kassenschlager.

Lineup:
Fernando Ribeiro – Gesang
Ricardo Amorim – Gitarren
Pedro Paixao – Synthesizer etc.
Mike Gaspar – Drums
Sergio Crestana – Bass

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