Monatsarchive: März 2007

von Daniela Mühlbauer

Am Anfang war die Trauer

Denkt man an Requiem, so denkt man an Begräbnisse. An Friedhof, Trauer, Grabesstille. Und an getragene klassische Musik, begleitet durch leidvolles Schluchzen. Die australische Band Virgin Black hat sich mit ihrem im April erscheinenden Album des Themas angenommen. Und so heißt das Album auch: Requiem. Weiterlesen

von Christian von Aster

Aktuelle Stimmung: busy

ein Trinkspruch wider die Bigotterie

Nach dem 30. Tequila möchte ich nun eine kleine Pause einschieben.

Auch, wenn mein zehnjähriger Neffe dadurch vielleicht aufholen und das sonntägliche Wettsaufen doch noch für sich entscheiden wird. Doch gerade ist auf dem Spielplatz gegenüber ein Rettungsteam vorgefahren. Die Sanitäter versuchen, ein halbes Dutzend bewusstloser Halbwüchsiger von ihren Jägermeisterflaschen zu trennen, und ich denke, dass es vielleicht nötig ist, ein paar Worte zu aktuellen Problemen zu verlieren. Weiterlesen

von Schwarzeheike

am 15.03.2007 in der Alabamahalle, München

Willkommen zur “What The F**k Is Wrong With This Tour” 2007

Harte Beats, ohrenbetäubende Geräuschkulisse, markante Gesangseinlagen – all das sind Dinge, aus denen Industrial-Träume gemacht sind. Und genau das versprachen wir uns von diesem Abend in der Alabamahalle. Und schon mal vorweg: hin und wieder werden Träume auch war.

Pünktlich gegen 20 Uhr fanden wir uns auf dem Domagkgelände ein, um zu erfahren, dass Reaper, die deutsche Fraktion auf der Bühne, doch nicht auftreten würden. Demnach wunderten wir uns auch nicht, als wir noch eine geschlagene Stunde bei seichten Hintergrundklängen zu warten hatten, bis KLOQ aus good old Britain, ihr Stelldichein hatten. Eine halbe Stunde lang boten sie uns diverse Tanznummern aus ihrem Repertoire, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Song Nummer 1 und 2 wurden vom Publikum noch ein wenig verhalten angenommen, Applaus fehlte gänzlich. Ein wahrhaft zäher Beginn eines Konzertes, von dem man eher eine Menge Stimmung und Tanzbegeisterung erwartet hätte. Zugegeben, als brechend voll konnte man die Halle gerade nicht bezeichnen. Dabei waren einige Songs, wie beispielsweise „Connecting“, alles andere als übel. Wir beschlossen mangels breiter Zustimmung an die Band, die Bar aufzusuchen und uns an den Gratis-Salzstangen zu erfreuen und abzuwarten.

Kurze Pause und dann? Derjenige, der das Gerücht von einem Abend ohne Reaper in Umlauf gebracht hatte, sollte unrecht behalten. Ganz entgegen meiner freudigen Erwartungen, nun Andy LaPlegua und seine Trommler zu Gesicht und zu Ohren zu bekommen, wurde ein Totenkopfplakat aufgehängt, das nicht so ganz nach Combichrist aussah – Reaper betraten die Bühne und damit die Stimmung die Halle. Es wäre auch zu dumm gewesen, wenn sich eine Band die gerade erst ihr erstes eigentliches Album „Hell Starts With An H“ herausgebracht hat, nicht gerne vor Publikum präsentiert. Kopf dieser Gruppierung ist ein gewisser Vasi Vallis, der einigen von Projekten wie „NamNamBulu“ oder „Frozen Plasma“ bekannt sein dürfte. Und was geschah? Plötzlich gab es Applaus, es wurde wahrhaftig getanzt und der Herr am Mischpult tat das seinige und drehte gleich mal am Lautstärkeknöpfchen. Eine gute halbe Stunde wurde uns nun so richtig eingeheizt, da war das kostenlose Salzgebäck an der Bar plötzlich auch nicht mehr so wichtig. Und so kamen wir doch noch in den Genuss von guter deutscher Elektromusik.

Combichrist kamen übrigens auch noch, so gegen 20 nach 10. Mastermind Andy LaPlegua, schon seit genau 10 Jahren im Geschäft und somit ein alter Hase, trat mit gewohnter Kriegsbemalung im Gesicht und üblicher Coolness auf die Bühne, um uns allen zu zeigen, wie man Industrial-Musik richtig präsentiert. Passend zu ihrem neuen Album „What The F**k Is Wrong With You People“ wurde die Tour „What The F**k Is Wrong With This“-Tour getauft, und während so manche Interpreten oft an den Mikros klammern und stillstehen, als würde in der Disco eine Scheibe von ihnen gespielt, legte sich Mister La Plegua so richtig ins Zeug. Wie auch sonst sollte man Songs, deren Texte sich um Drogen, Sex, Frauen und Verderben drehen, live darbieten. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Welt dem Untergang ja bekanntlich immer näher rückt, sind Lieder wie „ What The F**k Is Wrong With You“, „Brain Bypass“ und „F**k That Shit“ eine Art Spiegel der Zeit, den uns Combichrist nur allzu deutlich vorhalten, so zu hören auf dem neuen Doppelalbum. Doch nicht nur neues gab es zu hören, auch Altbekanntes, wie „This Is My Rifle“ und „Enjoy The Abuse“. Auf der Bühne gingen dabei Andy und Co. ab und auf der Tanzfläche so ziemlich alle Anwesenden. Fast 2 Stunden lang wurde uns eine lautstarke elektronische Show geboten, bevor sich Combichrist verabschiedeten.

Doch ein Zuckerl gab es dann noch zu guter Letzt: aufgrund von lautem Gegröle seitens des Auditoriums nach mehr, kamen die netten Norweger ganz gerührt ein weiteres Mal auf die Bühne und gaben ihren absoluten Tanz-Klassiker zum Besten: „This Shit Will Fcuk You Up“ (nein, das ist kein Schreibfehler!). Nun kochte die gerade mal halbvolle Halle so richtig. In diesem Sinne – machen wir uns auf den Untergang der Gesellschaft gefasst und holen uns dabei alles, was das Verderben erträglicher macht, Industrial sei Dank.

Links:

www.combichrist.com

www.reaper-music.de

www.myspace.com/kloq

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