von Idelphia

Extrem voll war es an jenem 03.04.09 in der Reithalle auf Straße E. Bereits beim Einlass zeigte sich, dass die Dresdner an diesem Abend etwas ganz Besonderes erwarteten. Kaum gingen die Tore auf, rannten die meist jüngeren Fans zum Einlass. Etwa eine Stunde später, 20.30 Uhr begann die Show.

Coppelius

Coppelius

Die Vorband, Coppelius war mir noch gänzlich unbekannt und so war ich gespannt, was da kommen mag. Nachdem ich mich im Vorfeld ein wenig informiert hatte, wusste ich, dass der Stil von der Band selbst als Kammer- Core bezeichnet wird. Die Bühnendeko bestand aus einem alten Radio und zwei altertümlichen Lampenschirmen im Stil des 19. Jahrhunderts. Die ersten Töne erklangen und die Herrschaften betraten die Bühne. In Frack und Zylinder, etwas morbide geschminkt und mit skurrilen Gestiken legten Coppelius mit Cello, Kontrabass, Schlagzeug und zwei Klarinetten los. Nun mag man vermuten, dass diese Zusammenstellung mehr die Komposition eines Klassikkonzertes ergibt, doch ist dies nicht der Fall. Wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich die Stilrichtung am ehesten mit der von Apocalyptica beschreiben, jedoch mit stärkerem rockigem Einschlag. Bei der Textpassage von Time- Zeit: „Zeit verfliegt, Zeit verrinnt, vergiss niemals, Du wirst alt mein Kind!“ wurde das Publikum durch die Energie, die die Bandmitglieder auf der Bühne versprühten bis in die letzte Reihe mitgerissen. Die Arme gingen nach oben und der ganze Saal sang lautstark mit. Nicht unerwähnt möchte ich das beeindruckende Solo von Drummer Nobusama lassen.
Comte Caspar lies es sich nicht nehmen, sich während der Show seinen Weg von der Bühne durch das Publikum zu bahnen und auf den Bartresen zu steigen, so dass die Zuschauer seine Performance zum greifen nah verfolgen konnten.
Insgesamt spielten die Jungs eine dreiviertel Stunde lang und heizten die Dresdner mit großem Erfolg für den Hauptakt an.

Letzte Instanz

Letzte Instanz

Nach einer kurzen Umbaupause ging es endlich los und die sieben Jungs der Letzten Instanz betraten die Bühne. Als Opener wurde „Mein Engel“ gespielt. Ab der ersten Minute war die Stimmung überwältigend. Bis in die letzte Reihe wurde mitgeklatscht, gesungen und gehüpft. Auch kam die Publikumsnähe und die Kommunikation mit den Fans nicht zu kurz:
Holly: „Wer hat das neue Album?“- Fast der ganze Saal grölte begeistert! „Unschuldig!“ „Wer hat es noch nicht?“ Einige wenige meldeten sich zaghaft, worauf der Frontsänger nur erwiderte: „Schuldig!- Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten: am Stand die CD kaufen oder wahlweise die Flucht!“
Mit gewohnt rührenden und gefühlvollen Texten aber auch brachialen, rockigen Klängen feiern die sieben Herren das 10jährige Bandjubiläum und stellten ihr neues Album „Schuldig“ vor, welches es auf Platz 34 in den Media Control Albumcharts geschafft hat. Bei „Tanz“ kocht der Saal. Mit unglaublicher Energie und Leidenschaft sang die Dresdner Band ihre Fans in Ekstase. Bei „Dein Licht“ wurden alle verfügbaren Feuerzeuge und Handys herausgeholt und ein wundervolles und romantisches Lichtermeer erhellte den Saal.
Insgesamt wurden 25 Songs über etwa zwei Stunden gespielt, viele davon vom neuen Album „Schuldig“. Es war ein sehr schöner Abend mit zwei außergewöhnlichen Bands, die es verstehen, dem Publikum eine wahrlich gute Show zu bieten.

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