von Cassandra

Ostersonntag, der 04.04.2010. Mit gemischten Gefühlen machten wir uns auf den Weg zum Alten Schlachthof in Dresden. Gemischte Gefühle, weil der Hype in den Medien um Unheilig in den letzten Wochen und Monaten doch überhand genommen hat. Die aktuelle Single „Geboren um zu leben“ wird auf sämtlichen Radiosendern rauf und runter gespielt und so ziemlich jeder kennt es inzwischen. Wir fürchteten Massen kreischender Teenies und Kommerz soweit das Auge blickt.

Diary of Dreams

Diary of Dreams

Bereits auf dem Weg quer durch die Stadt begegneten uns viele schwarz gekleidete Fans, deren Ziel offenbar das gleiche war wie das Unsere.
So war der Alte Schlachthof an diesem Abend auch zum bersten gefüllt. Unsere Befürchtungen bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht, das Publikum war zwar recht bunt gemischt, aber dennoch überwiegend schwarz und auch der Altersschnitt lag nicht so niedrig wie befürchtet. Offenbar zog es doch hauptsächlich die eingefleischten Fans in die Konzerthalle.

Als Support Acts lockten Zeromancer und Diary of Dreams, die in Dresden offensichtlich auch sehnlichst erwartet wurden. Wir entdeckten viele in Fan-Shirts dieser beiden Bands gekleidete Besucher, so dass wir vermuteten, dass schon allein wegen Diary und Zeromancer so Einige den Weg in die Konzerthalle angetreten hatten.
Gegen halb neun begannen die norwegischen Synth-Rocker mit ihrer Show und begeisterten das Publikum. Frontmann Alex wirbelte über die Bühne und schien oft an mehreren Orten gleichzeitig zu sein. Für weiche Knie bei den weiblichen Besucherinnen sorgte er spätestens dann, als er sich auch noch seines T-Shirts entledigte. Nach einer knappen halben Stunde, die viel zu schnell vergangen war, räumten die fünf Jungs die Bühne für den zweiten Support Act Diary of Dreams, jedoch nicht ohne den verdienten Jubel einzuheimsen.

Unheilig

Unheilig

Auch die deutsche Band Diary of Dreams um Frontmann Adrian Hates zog das Publikum sofort in seinen Bann. Besonders mit ihrem großen Hit „Traumtänzer“ trafen DoD ins Schwarze und konnten selbst diejenigen schwer begeistern, die vorher noch nie etwas von ihnen gehört hatten.

Nach einer relativ kurzen Umbaupause, in der etliche Kerzen und auch ein Schiffsbug den Weg auf die Bühne gefunden hatten, begann nun Unheilig seinen Auftritt. Auf einer Leinwand im Hintergrund wurden kurze Videosequenzen mit Textuntermalung eingeblendet.
Hauptsächlich gab der Graf Songs aus dem neuen Album „Große Freiheit“ zum Besten, darunter „Seenot“, „Unter deiner Flagge“, den Titelsong „Große Freiheit“ und natürlich wie nicht anders zu erwarten „Geboren um zu leben“.
Sollten die Texteinblendungen zu den Songs dazu gedacht gewesen sein, das Publikum zum mitsingen zu animieren, wäre das nicht notwendig gewesen, da der Großteil die Texte eh von Anfang bis Ende mitsingen konnte und das auch fleißig tat.
Neben den neuen Songs, waren aber auch ältere Stücke wie „Maschine“, „Feuerengel“ oder „An deiner Seite“ zu hören.
Alles in Allem stieß auch der Graf hier in Dresden auf ein sehr dankbares Publikum, das jeden noch so kleinen Wink aufnahm und ihn durch das Konzert trug.
Gegen Ende des etwa 90minütigen Konzertes drängten allerdings mehr und mehr Besucher wieder in den Vorraum, was auch an den sehr schlechten Luftverhältnissen im bis auf den letzten Platz besetzten Konzertsaal gelegen haben mochte. Drinnen war es vor Hitze und stickiger Luft kaum auszuhalten. So gab es auch kein allzu großes Aufstöhnen als Unheilig nach einer letzten Zugabe mit „Mein Stern“ dann kurz vor zwölf endgültig die Bühne verließen.

Fazit: Den „neuen“ Fans hat es offenbar gefallen. Die „alten“ Fans haben einmal mehr festgestellt, dass ein Unheilig-Konzert mehr oder weniger dem anderen gleicht. Etwas themenangepasste Bühnendeko, wobei die großen Kerzenbögen zum Standardrepertoire gehören und andere Songauswahl, sonst bleibt sich eigentlich alles gleich, nichts spektakulär Neues. Hat man eines gesehen, hat man alle gesehen. Über die Videoleinwand kann man wohl geteilter Meinung sein. Einerseits mag es vielleicht zu sehr vom Bühnengeschehen abgelenkt haben, andererseits hat man mal was anderes gesehen, als nur die immer gleiche Mimik und Gestik des Grafen, mehr gab es auf der Bühne nun mal nicht zu sehen.

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