von Bendis

… daraus werden Bayern gemacht

Am Freitagabend war es wieder soweit. Unzählige schwarze und nichtschwarze Seelen pilgerten zum Backstage um sich ihre Absolution zu holen oder sich gar heilig sprechen zu lassen. Aber wer mit solch frommen Wunschdenken erschien, der musste feststellen, zum „heilig sein“ ist es ein langer Weg, der mit Warten verbunden ist.

Mina Harker

Mina Harker

Und da die Warteschlange sich recht langsam fortbewegte, war die Gelegenheit günstig sich noch ausreichend zu stärken und sich am Imbissstand einen Veggieburger, nen Cheesebuger oder ne Currywurst mit Pommes zu ergattern. Sehr empfehlenswert.

Endlich in der Halle angekommen wurde auch ersichtlich, welche Vorband einen erwartet: Mina Harker. Ein Darkwave-Duo, das seit 2005 besteht. Ihre Musik lässt sich als eine Mischung aus elektronischer Musik und harten Gitarren beschreiben. Als Frontfrau Mina Harker und ihr Gitarrist Alexander Gorodezki loslegen, wird schnell klar welche Bands die zwei beeinflussen. Der Sound erinnert stark an Unheilig, L’Âme Immortelle und Oomph!. SO sehr sich die Band auf der Bühne bemühte, die Masse wollte sich noch nicht so sehr in Stimmung bringen lassen und bei vielen floss die Musik als nicht störendes Hintergrundgeplänkel in ihre Gespräche mit ein. Immer hin optisch war der Auftritt zu mindestens für die männlichen Zuschauer recht angenehm.

Letzte Instanz

Letzte Instanz

Nachdem das Prozedere der Vorband in angemessener Zeit überstanden war, begann endlich das eigentlich erwartete Konzert der „Heilig“-Tour von Letzte Instanz. Anfangs noch von einem Vorhang verhüllt, wurde der Auftritt der sieben sympathischen Jungs durchs „Vater unser“ eingeleitet und begann fulminant mit „Mein Gott“. Spätestens als im Song „Neue Helden“ Holly sang „… daraus werden Bayern gemacht“ und der Aufruf bei „Atme!“ „München, atme für mich!“ gab es für die Fans kein Halten mehr. Es wurde getanzt, mitgesungen und mitgefeiert, so dass nicht nur den Jungs auf der Bühne richtig warm wurde.

Aber Schweiß und Hitze hält richtige Fans nicht vom tanzen ab und so gab es beim Lied „Maskenball“ kaum noch wen im Werk, der einfach nur so rumstand. Eine kurze Erholungs- und Verschnaufpause bot gleich im Anschluss „Schlaf, Schlaf“ bei dem die Band wie auch die Menge wieder Kräfte mobilisieren konnte. Diese wurden schließlich auch dringend benötigt, denn beim Stück „Tanz“ ging es mit Sprungübungen ans aufwärmen der Muskeln, um mit „Der letzte Tag“ und den Worten „Kniet nieder, erhebt euch“ das Fitnessprogramm bei diesem Konzert endgültig einzuläuten; und es sieht schon fantastisch aus, wenn die Menge gesammelt bei so was mit macht.

Doch mit der „Finsternis“ wollten es die Fans nicht zu Ende gehen lassen und holten mit lautstarkem Rufen Letzte Instanz wieder zurück auf die Bühne. Vier Lieder gab es als Zugabe, wobei „Wir sind allein“ den Abschluss bilden und mit dem Aufruf des Händehaltens mit dem Nachbarn zu neuen Freundschaften und Weiterem führen sollte.

Zwar dürstete es die Jungs von Letzte Instanz schon nach nem kühlen Bier, aber angespornt von der Feierlust der Fans gab es nochmals Zugaben; wobei die Interpretation von „Tempel of Love“ als Zwischenstück in „Rapunzel“ eher merkwürdig und befremdlich war und mit Mina Harker als Ofra Haza Ersatz leider so völlig nach hintenlosging.

Mit „Winterträne“ und den Worten „München, ihr ward das geilste Publikum und glaubt uns, das sagen wir nicht in jeder Stadt.“ verabschiedeten sich Holly und seine Jungs schließlich von der Bühne, aber nicht ohne dem Versprechen gleich bei ihren Fans zum Feiern zu sein.

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