von Frauke

In einer langen Gothicnacht…

… ist … vom Winterschlaf erwacht! ☺ Wer sich am Samstag, den 26. Juli nachmittags rechtzeitig im Theaterzelt auf dem Amphi eingefunden hatte, weiß, wovon ich rede. Allen anderen sei gesagt: ihr habt was verpasst! 

Beach-Club

Beach-Club

Aber ganz von vorne: Zum 10. Mal wurde in diesem Jahr im altbewährten Kölner Tanzbrunnen das Amphifestival veranstaltet. Definitiv ein Grund zu feiern und das wurde von den ca. 16.000 Besuchern auch ausgiebigst getan. Somit war der Tanzbrunnen bereits Samstag Mittag zum Auftakt von ‚the Juggernauts‘ und ‚Phosgore‘ recht gut besucht. Bewundernswerterweise trotzen doch so manche Festivalbesucher der Sommerhitze von ca. 28 Grad und hatten sich entsprechend „in Schale geworfen“. Respekt Ladies für (Lack-) Korsetts und Stiefel auch bei diesen Temperaturen! ☺ Ihr wart wie immer super schön anzuschauen! Langsam füllte sich dann auch im Laufe des nachmittags das Festivalgelände, so dass zu ‚In The Nursery‘ der Bereich vor der Hauptbühne so gut wie voll war.

Höhepunkt des Nachmittags bzw. frühen Abends war aber zweifellos ‚Janus‘. Bis zu dem tatsächlichen Erscheinen von Frontmann Rig samt Band auf der Bühne waren sich die meisten wohl nicht sicher, ob Janus tatsächlich auftreten würde. Immerhin: Fast 10 Jahre Abstinenz galt es wieder gut zu machen. Und so füllte sich in spannender Erwartung das Theater bereits im Laufe von ‚Vic Anselmo‘, die aber zum Erstaunen mancher Besucher auch eine gute Soloshow ablieferte und mit einer rauchigen Stimme und schönen Klavierstücken beeindruckte. Nach einer gefühlten Ewigkeit samt Soundcheck im mittlerweile super dampfigen Zelt begann dann aber endlich der langersehnte Auftritt von Janus. Unverkennbar, unverändert, emotional bis zum get-no und Texte, die durchaus unter die Haut gingen. Oder um es mit Rigs Worten auszudrücken: Schön, dass ihr alle gekommen seid um zwei alten Männern beim Schwitzen zuzusehen ☺

Besucherin

Besucherin

Er schaffte es somit auch immer wieder, mit einigen Lachern das Publikum aus der einsetzenden Melancholie zu befreien und spätestens, als er bei einem der neuen Songs den Text vergaß, war die Stimmung gelöst und der beginnende Alzheimer der beiden „old boys“ ist ja schließlich nach 10 Jahren Pause auch verständlich, man(n) wird schließlich nicht jünger. ☺ Nach 1,5 Stunden verließ dann ein denkbar gefesseltes Publikum das Zelt und fast jeder war überzeugt, am nächsten Tag noch einmal zu Janus zu gehen, um das „Wiederauferstehen aus einem langen Winterschlaf“ noch einmal ausgiebigst zu genießen.

Weiter ging es dann auf der Hauptbühne mit Hocico, die einen verdammt geilen Auftritt hingelegt haben! Allein das mexikanische Intro mit Sombreros und tollen Gitarrensolos verbreitete eine super Tanzstimmung, die auch den gesamten Auftritt der mexikanischen Combo durchhielt. Weiter ging es dann mit Front 242, gefühlter Headliner des Abends. Das dachte sich auch Daniel B., der aber ziemlich überrascht war, dass nach seinem einsetzenden Gesang kein Mensch seinen Rufen oder den Texten folgte. Des Rätsels Lösung: Mikrofonausfall!!! Er selbst hatte sich anscheinend zwar gehört, aber das Publikum wartete immer noch auf den Einsatz ☺ Somit gezwungene Pause und erstmal Bier holen. Den Unmut der Band konnte man zwar verstehen, aber vor technischen Pannen ist ja auch niemand gefeit. Aber das einstündige Warten hat sich gelohnt. Der Auftritt war super genial und das Publikum tanzte sich in den Sonnenuntergang. Mit ‚Front 242‘ und ‚Project Pitchfork‘ endete ein genialer erster Festivaltag.

Sonntag Mittag ging es dann nahtlos mit ‚Torul‘ und ‚Noisuf-X‘ weiter. Bereits mittags war gefühlt jeder Festivalbesucher auf dem Gelände, allerdings war die Anzahl der gestiefelten und korsettbesetzten Besucherinnnen deutlich zurück gegangen und die Anzahl der Flipflops deutlich gestiegen ☺ kein Wunder, bei 30 Grad im Schatten. Aber genau das macht das Amphi ja auch aus: unkompliziert entspannt! Mono Inc., auch schon „alte Hasen“ auf dem Festival und zum 4. Mal vertreten, trugen u.a. dazu bei, dass der Nachmittag auch durchgängig mit Tanz- und Partylaune gespickt war. Allerdings konnten auch ‚Mesh‘ auf der Hauptbühne nichts daran ändern, dass ab 16 Uhr nicht nur das Theaterzelt für Persephone gefüllt war sondern sich währenddessen auch eine Riesenschlange bis zum Haupteingang bildete. Klar wofür oder?

Besucherin

Besucherin

Janus gab sich ein zweites Mal die Ehre und nachdem sich wohl der geniale Auftritt vom Vortag herumgesprochen hatte, beschloss scheinbar so ziemlich jeder Festivalbesucher, sich dies nicht noch einmal entgehen zu lassen. Leider hatten sich das die Persephone-Besucher auch gedacht, so dass nach ihrem Auftritt doch leider recht wenige bereit waren, ihre Plätze zu räumen. Und auch die Securities nahmen ihren Job recht Ernst und ließen nach Erreichen der zugelassenen Besucherzahl definitiv niemanden mehr ins Zelt. Nun ja, ‚Apoptygma Berzerk‘ glichen das wunderbar aus und lieferten eine gute Show auf der Main Stage. Abschließend war dann auch klar, wo sich 90% der Festivalbesucher aufhalten würden: natürlich vor der Mainstage um Mister „Amphi-Urgestein“ ‚Eisbrecher‘ Alex gebührend zu feiern. Herzlichen Glückwunsch zum 10. kann man da wohl nur sagen, denn bisher auf jedem Amphi vertreten schaffte Eisbrecher es vom ersten Moment an, richtig geniale Stimmung zu verbreiten und kaum ein Festivalbesucher kam um’s Mittanzen herum. Zum Auftritt von ‚Lacrimosa‘ leerte sich dann aber zügig der Vorplatz und alles lief ins Staatstheater, wo allerdings noch die ‚Die Krupps‘ einige Zugaben spielen musste, bevor das Publikum die Band entließ und endlich für den letzten Gig des Festivals umgebaut werden konnte. Leider passte bei Lacrimosa der Sound überhaupt nicht, so dass trotz guter Leistung viele bereits um 22.00 Uhr das Festival verließen.

Insgesamt kann man wieder einmal sagen, dass das Amphi echt ein geniales und vor allem entspanntes Festival mit verdammt guter Bandauswahl ist. Deshalb: Next Year again – for sure!!! ☺

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