Titel mit Tiefgang
Fast anderthalb Jahre haben sich Ex-Blind-Passenger Nik Page und die Musicalkünstlerin Michaela Laubach Zeit gelassen mit der Veröffentlichung des Songs of Lemuria-Debüts Deep. Die beiden EPs Shake the Disease und Klavier hatten im vergangenen Jahr Geschmack gemacht auf die unkonventionelle Combo. Mit Deep ist es nun endlich angerichtet. Guten Appetit!
Songs of Lemuria mag man oder man mag sie nicht. Ein Dazwischen ist schwer vorstellbar. Dem Zufall sei Dank habe ich das erste Konzert des Quartetts überhaupt gesehen. Ende April vergangenen Jahres war das. Der Name der Band sagte mir schlichtweg nichts. Aber als Michaela Laubach und Nik Page auf der Bühne los legten, war ich hin und weg. Und bin es bis heute.
Ihr Debütalbum Deep legt Zeugnis darüber ab, dass sich Hymnen der Independent-Szene und Kammermusik nicht ausschließen, sondern - wohl arrangiert - eine Symbiose eingehen, ohne dabei auf die herkömmliche Klassik meets Pop/Rock-Schiene aufzufahren.
Songs of Lemuria brauchen ein Piano, ein Cello und zwei Stimmen, um aus wohl bekannten Liedern völlig neue Ohrwürmer zu zaubern.
| Tracklist
1. Walking to Heaven
2. Meer
3. Footprints of the Moon
4. Dein Kuss
5. Kommunion
6. Dein Duft
7. Hunting high and low
8. Seemannslied
9. Waterdrops
10. Stella Maris
11. All Apologies
12. Irony
13. Walk on
14. End of the Night
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Nik Pages Gesang hält sich dabei überwiegend im Hintergrund, derweil Michaela Laubach – ihres Zeichens klassisch ausgebildete Sängerin und im Musical-Genre zu Hause – Hymnen wie End of the Night (The Doors) oder All Apologies (Nirvana) im neuen Kleid wieder auferstehen zu lassen. Gut gelungen auch die Songs of Lemuria-Interpretation von Dein Duft (And One) und Stella Maris (Einstürzende Neubauten).
Natürlich dürfen bei einem Nik Page Projekt auch Blind Passengers-Nummern nicht fehlen (Walking to Heaven). Und auch eine neoklassische Interpretation von Kommunion, ein Stück des neuen elektronischen Nik Page-Spielzeuges Kash (über dieses Projekt gibt’s in Kürze mehr auf dieser Seite), überrascht durch seine Eingängigkeit und Wandlungsfähigkeit.
Mit Deep ist Songs of Lemuria ein Debüt geglückt, das hoffen lässt. Hoffen auf mehr davon und hoffen auf möglichst zahlreiche geneigte Hörer. Absoluter Lauschtipp!
Daniela Mühlbauer
www.songsoflemuria.de
www.nikpage.de
Songs of Lemuria, Deep, VÖ 28. September 2007, Wannsee Records/Sony BMG
Lineup:
Michaela Laubach, Gesang
Nik Page, Gesang
Corinna Söller, Piano
Michael Krayer, Cello
Anspieltipps:
Dein Kuss
Kommunion
Stella Maris