Combichrist & Kaos Frequenz
 
Geschrieben von Marisa am Mittwoch, 24. Februar 2010

Konzertberichte

In München nichts Neues

Der Name Combichrist ist ja nun seit vielen Jahren ein bekannter Begriff in der Schwarzen Szene. Daher konnte dieses Konzert sogar verhältnismäßig viele Münchner an diesem Dienstagabend zu später Stunde von der Couch holen.

Die Überraschungsvorband kaos frequenz hingegen ist zwar auch kein Szene Neuling mehr, aber nicht ganz so bekannt – daher auch keine so große Überraschung. Das Ein-Mann-Projekt gibt es seit 2002, damals noch unter dem Namen Koma-Frequenz. An diesem Abend präsentiert Torsten Kroke mit seiner Setlist eine gelungene Mischung aus den beiden bisher erschienenen Alben „Never Ending Torture“ (2008) und „Sadistic Monsters“(2009). Die Musik lässt sich irgendwo in die Richtung Harsh-Elektro-Industrial einordnen, in etwa vergleichbar mit Xotox, Soman und Terrorfakt.
Für alle die auf harten Sound und lautes Shout-Geschratter stehen ist dieses Projekt sicherlich ein besonderer Leckerbissen.
An diesem Abend konnte Sänger Torsten allerdings trotz seiner dynamischen Bühneneinlagen das Publikum noch nicht so richtig vom Hocker reißen. Außer rhythmischem Mitnicken und ein zwei motivierten Tänzern war noch nicht viel drin.

Richtig Stimmung kommt dann erst mit „Rain of blood“ auf. Dieses Lied kennt natürlich jeder der hier wegen Combichrist in der Halle steht.
Combichrist bestehen zwar auch erst seit 2003 haben aber bereits vier erfolgreiche Alben auf den Markt gebracht, das letzte davon 2009. Auch Combichrist setzten an diesem Abend auf eine Mischpackung aus alt und neu. Absolute Lieblingsklassiker wie „Without emotions“, feed your anger“, „Fuck that shit“ und „This shit will fuck you up“ werden zwischendurch mit den neueren Songs, wie „Scarred“, „The Kill“ und „Today we are Demons“ vom letzten Album gewürzt.
Über mangelnde Partystimmung kann sich inzwischen wirklich keiner mehr beschweren. Am Rande der Tanzfläche entsteht sogar eine, glaube ich, spontane Glühwürmchen-Gruppentanzperformance. Die Jungs toben über die Bühne und wüten an ihren Instrumenten als gäbe es kein Morgen. Trotz der späten Stunde ziehen Combichrist wie gewohnt dann wirklich jeden in ihren Bann und bringen auch die letzten zumindest zum Mitwippen.
Ein ungewohntes Erwachen war dann leider nur das schnelle Ende der Show! Die lange Tour zusammen mit Rammstein scheint doch ihre Spuren hinterlassen zu haben. Frontsänger Andy entschuldigt sich nach nur einer Wiedergabe mit Rückenschmerzen von der Bühne. Mit einem letzten enttäuschten Aufflackern in der Glühwürmchenecke geht der Abend dann ziemlich aprupt zu Ende.

Am traurigsten an diesem Abend fand ich persönlich, dass nicht einmal mehr die Stimmungsgarantie Combichrist das verschlafene München aufrüttelt und noch mehr Leute in den Konzertsaal locken kann! Liebe Leute die ihr das hier lest, die Tatsache, dass sich dieser Bericht nicht gerade enthusiastisch liest, liegt sicher auch daran, das ihr nicht da wart! Ein richtig gutes Konzert braucht einfach einen vollen Saal!
Für das nächste Mal gilt runter von der Couch, rein in den Konzertsaal und kräftig mitfeiern! Dann gibt’s hier auch wieder mehr zum Nachlesen!:-)

Combichrist & Kaos Frequenz

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