Combichrist

von Natalie Maciej

„Fuck“

Combichrist – das Vorfeld

Kult oder tot? Nicht alles ist Gold was glänzt. Sagt man. Und nicht alles, was Industrial heißt, ist hörens- und sehenswert. Und was ist mit Industrial aus norwegischer Hand? Der war vor einigen Jahren ein echter Augen- und Ohrenschmaus. Mit ihren eingängigen Nummern wie „This Shit Will Fuck You Up“ und meinem persönlichen Lieblingslied „Blut Royale“ haben die Elektroniker um Andy LaPlegua wahre Disko-Klassiker geschaffen. Dann folgte 2010 das Album „Making Monsters“. Nichts besonderes, bzw. nichts neues darauf zu hören. Also erstmal kein Combichrist live mehr. Hatten wir eh schon so oft gesehen. Weiterlesen

von Marina

Das Warten auf die Musik

Es versprach ein wunderbarer Abend im Backstage zu werden, bei dem es sich hervorragend von den bunten Zeiten des Faschings erholen ließ. Positive Überraschung des Abends: das Konzert wurde von der Halle ins Werk verlegt. Weiterlesen

von Marisa

In München nichts Neues

Der Name Combichrist ist ja nun seit vielen Jahren ein bekannter Begriff in der Schwarzen Szene. Daher konnte dieses Konzert sogar verhältnismäßig viele Münchner an diesem Dienstagabend zu später Stunde von der Couch holen. Weiterlesen

von Schwarzeheike

am 15.03.2007 in der Alabamahalle, München

Willkommen zur “What The F**k Is Wrong With This Tour” 2007

Harte Beats, ohrenbetäubende Geräuschkulisse, markante Gesangseinlagen – all das sind Dinge, aus denen Industrial-Träume gemacht sind. Und genau das versprachen wir uns von diesem Abend in der Alabamahalle. Und schon mal vorweg: hin und wieder werden Träume auch war.

Pünktlich gegen 20 Uhr fanden wir uns auf dem Domagkgelände ein, um zu erfahren, dass Reaper, die deutsche Fraktion auf der Bühne, doch nicht auftreten würden. Demnach wunderten wir uns auch nicht, als wir noch eine geschlagene Stunde bei seichten Hintergrundklängen zu warten hatten, bis KLOQ aus good old Britain, ihr Stelldichein hatten. Eine halbe Stunde lang boten sie uns diverse Tanznummern aus ihrem Repertoire, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Song Nummer 1 und 2 wurden vom Publikum noch ein wenig verhalten angenommen, Applaus fehlte gänzlich. Ein wahrhaft zäher Beginn eines Konzertes, von dem man eher eine Menge Stimmung und Tanzbegeisterung erwartet hätte. Zugegeben, als brechend voll konnte man die Halle gerade nicht bezeichnen. Dabei waren einige Songs, wie beispielsweise „Connecting“, alles andere als übel. Wir beschlossen mangels breiter Zustimmung an die Band, die Bar aufzusuchen und uns an den Gratis-Salzstangen zu erfreuen und abzuwarten.

Kurze Pause und dann? Derjenige, der das Gerücht von einem Abend ohne Reaper in Umlauf gebracht hatte, sollte unrecht behalten. Ganz entgegen meiner freudigen Erwartungen, nun Andy LaPlegua und seine Trommler zu Gesicht und zu Ohren zu bekommen, wurde ein Totenkopfplakat aufgehängt, das nicht so ganz nach Combichrist aussah – Reaper betraten die Bühne und damit die Stimmung die Halle. Es wäre auch zu dumm gewesen, wenn sich eine Band die gerade erst ihr erstes eigentliches Album „Hell Starts With An H“ herausgebracht hat, nicht gerne vor Publikum präsentiert. Kopf dieser Gruppierung ist ein gewisser Vasi Vallis, der einigen von Projekten wie „NamNamBulu“ oder „Frozen Plasma“ bekannt sein dürfte. Und was geschah? Plötzlich gab es Applaus, es wurde wahrhaftig getanzt und der Herr am Mischpult tat das seinige und drehte gleich mal am Lautstärkeknöpfchen. Eine gute halbe Stunde wurde uns nun so richtig eingeheizt, da war das kostenlose Salzgebäck an der Bar plötzlich auch nicht mehr so wichtig. Und so kamen wir doch noch in den Genuss von guter deutscher Elektromusik.

Combichrist kamen übrigens auch noch, so gegen 20 nach 10. Mastermind Andy LaPlegua, schon seit genau 10 Jahren im Geschäft und somit ein alter Hase, trat mit gewohnter Kriegsbemalung im Gesicht und üblicher Coolness auf die Bühne, um uns allen zu zeigen, wie man Industrial-Musik richtig präsentiert. Passend zu ihrem neuen Album „What The F**k Is Wrong With You People“ wurde die Tour „What The F**k Is Wrong With This“-Tour getauft, und während so manche Interpreten oft an den Mikros klammern und stillstehen, als würde in der Disco eine Scheibe von ihnen gespielt, legte sich Mister La Plegua so richtig ins Zeug. Wie auch sonst sollte man Songs, deren Texte sich um Drogen, Sex, Frauen und Verderben drehen, live darbieten. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Welt dem Untergang ja bekanntlich immer näher rückt, sind Lieder wie „ What The F**k Is Wrong With You“, „Brain Bypass“ und „F**k That Shit“ eine Art Spiegel der Zeit, den uns Combichrist nur allzu deutlich vorhalten, so zu hören auf dem neuen Doppelalbum. Doch nicht nur neues gab es zu hören, auch Altbekanntes, wie „This Is My Rifle“ und „Enjoy The Abuse“. Auf der Bühne gingen dabei Andy und Co. ab und auf der Tanzfläche so ziemlich alle Anwesenden. Fast 2 Stunden lang wurde uns eine lautstarke elektronische Show geboten, bevor sich Combichrist verabschiedeten.

Doch ein Zuckerl gab es dann noch zu guter Letzt: aufgrund von lautem Gegröle seitens des Auditoriums nach mehr, kamen die netten Norweger ganz gerührt ein weiteres Mal auf die Bühne und gaben ihren absoluten Tanz-Klassiker zum Besten: „This Shit Will Fcuk You Up“ (nein, das ist kein Schreibfehler!). Nun kochte die gerade mal halbvolle Halle so richtig. In diesem Sinne – machen wir uns auf den Untergang der Gesellschaft gefasst und holen uns dabei alles, was das Verderben erträglicher macht, Industrial sei Dank.

Links:

www.combichrist.com

www.reaper-music.de

www.myspace.com/kloq

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